Willkommen beim NABU Homberg (Ohm)

Für Mensch und Natur

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt. Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.

 

In diesem Jahr bieten wir wieder eine Vielzahl naturkundlicher Exkursionen in die Natur an, bei denen Sie Gelegenheit haben, die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt vor Ihrer Haustür kennen zu lernen. Wir freuen uns auf Sie und viele schöne gemeinsame Beobachtungen!

  

Wenn Sie sich vorstellen können für die Natur hier in Homberg (Ohm) aktiv zu werden, schauen Sie doch einmal bei unseren monatlichen Treffen vorbei. Weitere Informationen erhalten Sie beim Vorstand oder indem Sie über unser Kontaktformular mit uns in Verbindung treten. 


Bau von Steinkauz-Nisthilfen

Am Samstag 17. März 2018 trafen sich Mitglieder der NABU-Gruppe Homberg zum Bau von Steinkauz-Nisthilfen.

 

In der Hobby-Schreinerwerkstatt Pimpl in Schadenbach wurde gemessen, gesägt, gehämmert und geschraubt. Drei Steinkauzröhren wurden mit akribischer Sorgfalt gebaut. Zum Schutz gegen Marder wurden im Innenraum der Röhre zwei zusätzliche Zwischenwände eingebracht.

 

Die Nisthilfen werden in Deckenbach und Haarhausen zur Sicherung des Steinkauz-Vorkommens angebracht. Auch sind weitere Röhren für die Kirschenallee Homberg vorgesehen, mit der Hoffnung, dass sich dort ebenfalls der Steinkauz ansiedelt.

 

Vielen Dank auch an Peter Pimpl für seine fachliche Unterstützung und die Möglichkeit in seiner Werkstatt „werkeln“ zu dürfen.

 


Derzeit betreuen wir den von uns gestellten Krötenzaun bei Wäldershausen - Helfer können sich bei unserem Koordinator Patrick Köhler per WhatsApp über die Handynummer 0157/35745234 oder E-Mail p@trickkoehler.de melden


Bericht vom ersten Tag der Betreuung der Krötenwanderung

 

Samstag, 10.03.2018 – Was für ein schöner Tag

 

Immerhin ein Tausendstel der Homberger Einwohner trafen sich bei Wäldershausen. Sie stellten einen Krötenzaun. Anschließend feierten sie ihr Werk bei Kaffee und Kuchen. Ein kleiner Wermutstropfen war, dass der Zaun nicht auf der gesamten „Krötenwanderstrecke“ gestellt werden konnte. Ein wenig wunderten sich die Akteure, dass die Straße nicht wie in den vergangenen Jahren gesperrt war. Alle sahen aber ein, dass für die Autofahrer ein Umweg von vier Kilometern nicht zumutbar ist. Irgendjemand brachte die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 kmh ins Spiel, damit den Tieren durch den Druckunterschied bei Überfahren nicht die Innereien platzen und die Autofahrer die auf der Straße laufenden Tiere umfahren können. Aber alle sahen ein, dass der Zeitverlust von 50 Sekunden eine übermäßige Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit für die Autofahrer darstellen würde. Einig war man sich, dass das Aufgestellten von Warnschilder, die von unserer Politik und Verwaltung als wirksamste und ausreichende Maßnahme favorisierten werden, für unsere Straßenverwaltung eine unangemessene Arbeitsbelastung darstellen würde. Also doch, was für ein schöner Tag.

 

10,5 Grad Lufttemperatur, ideal für das Verlassen der Winterquartiere am frühen Abend für unsere Amphibien. Die große Feier am Teich bei Wäldershausen ist jedes Jahr das angestrebte Ziel was für eine Vorfreude. Ein Teil der Tiere kommt an die Straße ohne Zaun. Der Puls der Tiere steigt noch einmal – Russisches Roulette, was für ein tolles Abenteuer schenken uns die Menschen hier. Mutig und mit viel Adrenalin im Blut wird die Straße überquert. Ein Viertel schafft es, was für ein Glücksgefühl. Der großen Feier steht nichts mehr im Wege. Was für ein schöner Tag.

 

Der andere Teil der Tiere landet an dem für sie unüberwindlichen Zaun. Sie sind verwundert über die mutwillig von Menschen verursachte Beeinträchtigungen und machen ihrem Ärger leise Luft. Danach kommen die Behinderer, fassen sie an und tragen sie in schwankenden Eimern über die Straße. Dann freuen sich die Tiere aber wieder, denn sie werden freigelassen. Der Unmut ist schnell verflogen und den Amphibien stellt sich kein Hindernis zur großen Feier in den Weg. Was für ein schöner Tag.

 

50 Tiere schaffen am ersten Abend an der Straße ohne Zaun die Überquerung nicht. Sie werden von den Reifen überrollt oder sterben am Barotrauma, dem Platzen der Innereien durch den Luftdruck. Eine Kröte und ein Molch haben Glück, sie sterben nicht gleich. Beide haben große Schmerzen, denn ihre Verletzungen sind dann doch tödlich. Beide bekommen jetzt Zweifel an dem eigentlich schönen Spiel Russisches Roulette. Die Kröte will den Molch trösten und erzählt ihr, dass doch wenigstens die Autofahrer viel Spaß dabei hatten. Der Molch klärt die Kröte auf, dass sich die Menschen gar nichts dabei denken, also vollkommen gefühllos sind. Die Kröte ist enttäuscht. Sie kann ja verstehen, dass ihr hässliches Äußeres bei den Menschen kein Glücksgefühl aufkommen lässt. Dass dies aber auch bei dem schönen Molch nicht anders ist, sieht sie nicht ein. Der Molch erklärt nun der Kröte, dass er viel zu klein ist, um überhaupt von den Menschen wahrgenommen zu werden. Er überlegt ob es nicht besser wäre, wenn er größer wäre. Vielleicht so groß wie ein Wolf. Die Kröte gibt zu bedenken, dass die Menschen dann Angst vor ihm hätten und diese ihn dann erschießen würden, wie den Wolf. Der Molch ist eine ganze Weile sehr nachdenklich und ist dann froh und glücklich, dass er so klein ist.
Beiden fallen in dem Gefühl des Glücks die Augen für immer zu. Vielleicht treffen sie dort wo sie hingegangen sind die anderen fünfzig Freunde des ersten Abends, die glücklicherweise nicht mehr leiden mussten. Was für ein schöner Tag.


Schwarzstorchhorstbaum erhält Manschette

 

Mitglieder der NABU-Gruppe Homberg legten Anfang März gemeinsam mit Revierförster Christof Croonenbrock von HessenForst eine Baummanschette um den Horstbaum des dort im Wald seit Jahren nistenden Schwarzstorchenpaares.

 

Der lange vom Aussterben bedrohte Schwarzstorch wird in Hessen und dort besonders bei uns im Vogelsberg langsam wieder heimisch.

 

Mit vier Jungvögel in jedem Jahr, die vom NABU beringt werden, weist das hier in der Gemarkung ansässige Schwarzstorchenpaar die stabilste Brut im Vogelsberg auf. Und um diese Brut zu schützen wurden jetzt, bevor die Vögel von ihrem Aufenthalt im Süden wieder zurückkehren, bei eisiger Kälte Maßnahmen getroffen, um Waschbären fern zu halten.

 

Die  Baummanschette stellt ein Kletter- und Aufstiegshindernis zur Abwehr des sich immer mehr ausbreitenden, aus Nordamerika stammenden Allesfressers dar, der es auf die Eier oder auch die Jungvögel des Schwarzstorches abgesehen hat. Ein solcher Raub könnte die Alttiere zur Aufgabe des Horstbaumes bringen. Dies wiederum bedeutet weniger Nachwuchs, denn auf neu gebauten Horsten ist der Bruterfolg meist geringer.

 

Die Tiere sind sehr lärmempfindlich“, so die Fachleute. Und um sie beim Brüten vor Störungen zu schützen, hat HessenForst um jeden Horstbaum eine Schutzzone eingerichtet, in der nicht eingeschlagen wird. Eine gemeinsam von HessenForst und der NABU-Gruppe erfolgreich durchgeführte Aktion – man freut sich schon auf die Rückkehr des Schwarzstorchenpaares in den jetzt gesicherten Horst.

 

Homberg ist seit 2016 wieder Steinkauzland

Der in ganz Deutschland immer seltener werdende Vogel brütet wieder in Haarhausen

Foto Rainer Michalsky
Foto Rainer Michalsky

Bei einer Kartierung durch Aktive der NABU-Gruppe Homberg mittel Klangatrappe wurde festgestellt, dass in der Streuobstwiese in Haarhausen wieder ein Revier des Steinkauzes gibt. Bei der Klangattrappen-suche wird den Vögeln der Ruf eines vermeintlichen Konkurrenten um das Revier vorgespielt. Der anwesende Altvogel antwortete sofort mit dem Ziel den unliebsamen Artgenossen zu vertreiben. Dies war der sichere Nachweis, dass die Stadt Homberg und damit auch der Vogelsbergkreis seit vielen Jahren wieder Steinkauzland ist.

 

Das Gebiet ist durch die gute Pflege des Obst- und Gartenbauvereines seit vielen Jahren ein geeigneter  Lebens-raum für die Vögel. Der Naturschutzverein Homberg hatte in der Hoffnung auf die Besiedlung vor vielen Jahren Niströhren aufgehängt. Die erhoffte Ankunft der Vögel aus den nahen Brutgebieten bei Amöneburg blieb aber aus.

Erst nach der Pflege der Streuobstwiese durch Beweidung mit den Schafen von Thorsten Gröb war das Nahrungs-Angebot für eine Jungenaufzucht ausreichend. Wir freuen uns über die Neubürger.


Steinkauz überrascht uns auch in Deckenbach

Katze fängt einen jungen Steinkauz - Er ist auf dem Weg der Besserung

Foto Karl-Heinz Zobich
Foto Karl-Heinz Zobich

Bei einem Vorstandsmitglied der NABU-Gruppe Homberg wurde in einem Katzenkorb ein junger Steinkauz abgegeben. Er wurde von einer Katze gefangen und war offensichtlich am Flügel verletzt. Die Untersuchung in der Tierklinik in Löhnberg ergab, dass ein kleinerer Knochen im sogenannten Handbereich gebrochen war. Nach der Behandlung wurde der Vogel in eine Pflegstation bei Wetzlar gebracht. Dort macht seine Genesung gute Fortschritte. Wenn er kräftig genug ist und fliegen kann, wird er an seinem Geburtsort wieder freigelassen. Die Eltern werden ihn an seiner Stimme erkennen und sich wieder um ihn kümmern. Wir werden Interessierte über die Presse und die Homepage informieren.

Die Wiederbesiedlung in Deckenbach fand ganz offensichtlich aus Haarhausen statt. Da der in Wäldern lebende Waldkauz einer der Fressfeinde des Steinkauzes ist, meidet der wesentlich kleinere Vogel die Waldnähe. Der Weg des Deckenbacher Paares muss aber über den Wald stattgefunden haben. Das ist eine große Überraschung. Die NABU-Gruppe wird auch versuchen, die Gefahr für die Tiere durch Katzen zu minimieren. Hierfür sollen in einem weiter vom Dorf entfernten Gebiet neue Niströhren angebracht. Die Hoffnung besteht, dass die Familie in die bequemeren Wohnungen umziehen werden, die weniger katzengefährdet sind. 


Ihr wollt unsere Projekte, Aktionen und Exkursionen kennen lernen

Bei zwei Projekten werden wir uns in den kommenden Jahren immer wieder einbringen. Hier könnt ihr mehr über das Projekt Streuobstwiese und das Projekt Kirschenallee erfahren.

 

Die Arbeitsgemeinschaften bestehen zur Zeit nur aus einzelnen Personen. Wir hoffen, dass wir diese in Zukunft auf eine breitere Grundlage stellen können. Näheres könnt ihr unter AG Vogelkunde, AG Fledermäuse und
AG Amphibien erfahren.

 

Wir freuen uns über Menschen, die den bei und mit uns lebenden Tieren helfen, indem sie ihre Wohnstätten an und in ihren Häusern dulden. Da dies manchmal mit aus unseren Augen Verunreinigungen verbunden ist, wird das von vielen Einwohnern nicht mehr als selbstverständlich hingenommen. Wir bedanken uns bei diesen Einwohnern der Stadt Homberg und der Stadtteile, indem wir sie auszeichnen. Näheres könnt ihr hierzu auf unseren Seiten Schwalbenfreundliches Haus, Fledermausfreundliches Haus und
Aktion Lebensraum Kirchturm erfahren. 

 

Weitere Aktionen und Exkursionen wollen wir regelmäßig in den kommenden Jahren durchführen. Wir laden euch recht herzlich ein, bei der Aktion Wildkatzensuche zu beteiligen und der Führung zu unseren Märzenbechern, sowie den Frühblühern und der Türkenbundlilie am Schlossberg teilzunehmen.