Wir zeichnen alle Nutzer und Eigentümer von Gebäuden, die Schwalben und Mauersegler dulden oder fördern mit Plaketten und Urkunden aus. Mit diesen Auszeichnungen erhoffen wir uns viele Naturfreunde, die diesem Beispiel folgen.


Homberger Schloss ist schwalben- und fledermausfreundlich

Am Homberg Schloss gibt es Mauersegler-Naturnester, Mauersegleruniversalkästen, Mehlschwalben- und Rauchschwalben Kunstnester. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde werden weitere zusätzlich angebracht.

 

Ebenso wurden Fledermausspaltenquartiere und Fledermaushöhlenkästen aufgehängt.

 

In der Schlossscheune werden auf der obersten Ebene Spatenquartiere für verschiedene Fledermausarten neu hergestellt. Es werden somit nicht nur für „Allerweltsarten“ geschaffen, sondern auch für die nur noch als Mumien gefundenen sehr seltene Große Bartfledermaus neu geschaffen. Die Besonderheit beim Schloss ist der Umstand, dass der Gewölbekeller auch als Winterquartier von den seltenen Arten Braunes und Graues Langohr und Fransenfledermaus genutzt wird.

Als Dank, dass der Eigentümer des Schlosses und die Schlosspatrioten als Hauptakteure  sich für Schwalben und Fledermäuse engagieren und an ihrem Schloss willkommen heißen, wurden sie vom NABU mit den Urkunden und Plaketten „Schwalbenfreundliches Haus“ und „Fledermausfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung für die Fledermäuse wurde von der Vertreterin des NABU-Vogelsberg Frau Lange und die für die Schwalben gemeinsam von dem Vertretern des NABU Homberg und NABU Vogelsberg Herrn Bernbeck und Herrn Zobich vorgenommen. Sie haben gemeinsam die Hoffnung, dass es Menschen gibt, die dem guten Beispiel folgen.

 

Noch kennen wir sie vor allem als Flugkünstler und Sommerboten: Schwalben und Mauersegler. Ebenso die geheimnisumwitterten Kobolde der Nacht: Fledermäuse. Doch in Deutschland gibt es sie immer seltener. Mit den Aktionen „Schwalbenfreundliches Haus“ und „Fledermausfreundliches Haus“ will der NABU diesem Trend entgegenwirken und zeichnet ab sofort bundesweit Menschen aus, die an ihren Häusern die gefiederten Glücksbringer und mit ihren Ohren sehenden nachtaktiven Säugetiere willkommen heißen. Die NABU-Gruppe Homberg übernimmt als Anerkennung für die das Normalmaß hinausgehende Duldung des weiteren Ausbaus der Schlossscheune den größten Teil der Kosten.

 

Jedes Jahr im April und Mai kehren Mehl- und Rauchschwalbe aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zu uns zurück, um in unseren Dörfern und Städten zu brüten. Mit ihrem fröhlichen Gesang kündigen sie den baldigen Sommer an. „Wo Schwalben am Haus wohnen, geht das Glück nicht verloren“, heißt es in einem alten deutschen Sprichwort.

 

Die Fledermäuse wachen ungefähr zeitgleich aus ihrem Winterschlaf auf und besiedeln ihre Sommerquartiere.

 

Doch so zahlreich wie früher sind die Schwalben und Fledermäuse nicht mehr. „Ihre Zahl geht seit vielen Jahren zurück, auch hier in Homberg. Eine der Hauptursachen ist der Verlust an Plätzen, an denen sie brüten bzw. ihre Jungen zur Welt bringen können. Außerdem werden auch ihre Nahrungsgrundlagen, die Fluginsekten, knapp“, sagt Karl-Heinz Zobich.

 

In unseren Städten verschwinden außerdem zusehends Nester durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden. Häufig werden die Nester leider auch illegal beseitigt – und das, obwohl Schwalben streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht.
Die für unsere Fledermäuse wichtigen Spaltenquartiere werden oft bei Gebäudesanierungen hermetisch verschlossen.

 

Gleichzeitig wird unsere Landwirtschaft immer stärker intensiviert. Höfe und Betriebe unterliegen heute strengeren Hygieneanforderungen als früher. Moderne Viehställe und Scheunen sind deshalb oft verschlossen und bieten Schwalben keine Einflugmöglichkeiten mehr. Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze werden immer öfter zubetoniert, sodass unsere Glücksbringer weniger Pfützen und den daraus benötigten Lehm für ihren Nestbau finden. Zudem gibt es durch Monokulturen auf dem Acker, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer weniger fliegende Insekten.

 

Mit den Aktionen „Fledermausfreundliches Haus“ und „Schwalbenfreundliches Haus“ möchte der NABU Vogelsberg und der NABU Homberg dazu beitragen, die Akzeptanz für Schwalben und Fledermäuse und ihre Nester und Wochenquartiere in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Brutplätze bzw. offenen Spalten an und in unseren Gebäuden zu erhalten und neue zu schaffen. „Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben an seinem Haus willkommen heißen: mit Nestgrundlagen wie Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze im Garten“, erklärt Willi Bernbeck. Für Fledermäuse gibt es auch an unseren modernen Gebäuden Spalten, hinter denen sie leben und ihre Jungen aufziehen können.

 

Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstler und Sommerboten und/oder die Kobolde der Nacht dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Pension, Geschäft, Pferde- oder Bauernhof, Fabrikgebäude oder wie in unserm Fall um ein Schloss handelt.